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mindlounge meets open innovation

Dienstag, 23. Oktober 2012

Open Innovation braucht neues Denken und den echten Dialog

Die Theorie U von C. Otto Scharmer als soziale Technik, die es uns ermöglicht von der Zukunft her zu denken und zu handeln. Theorie U im Kontext der eigenen Haltung und (Eigen) Verantwortung. Wir schalten einen Gang zurück:

Was kommt vor der Innovation? Wie kann echte Innovation – also etwas wirklich Neues – gelingen?

In diesem offenem Workshop wollen wir Methoden aufzeigen und praktizieren, die wir nutzen können, um den Innovationsprozess so zu gestalten, dass Altes zurückbleibt und “echte” Innovation eine Chance bekommt.

Wir arbeiten mit dem U-Prozess (Presencing) von Claus Otto Scharmer. Wir werden den Teil des U-Prozesses gemeinsam durchlaufen, der die Grundlage für echte Innovation bereitet. Dialog versus Download. Open versus Festhalten. Neues Denken versus alte Mindsets. Awareness based versus Ego.

Update: Kurze Teaser von Newthinking about… so cool =) Hat Spaß gemacht!

What is Open Innovation? (Chinese Whispers)
Open Innovation Track Day 
Open Innovation Track Day 2
Rule No.1 for innovation: Have fun!

bin ich schon so alt? #101

Mittwoch, 26. Januar 2011

Gestern wurde ich von Andreas Auwärter (Bildung im Dialog) zum Thema “Lebenswerke” interviewt. Bei der Anfrage war ich zunächst etwas verwundert: Bin ich schon so alt, dass ich über Lebenswerke etwas sagen kann?

Was ist überhaupt ein Lebenswerk? Die ganz große Sache, auf die man am Ende eines Lebens zurückblickt, oder sind es die ganz vielen kleinen (Lebens)Werke, die zusammen ein großes Ganzes ergeben?

Für mich persönlich auf jeden Fall letzteres. Ich erkenne mehr und mehr einen roten Faden, der die kleinen Werke verbindet und am Ende ein bewegliches Großes entstehen lässt…

Wir hatten ein sehr interessantes Thema  über 50 Minuten und ich habe mir den Podcast später noch einmal angehört…

Mein Fazit zu Alexander Rausch aka mindlounge:

Es gab Fragen, die haben mich und meine Arbeit (den roten Faden) mehr berührt und ich konnte aus voller innerer Überzeugung darauf eingehen. Dann gab es andere Bereiche, die ich aus meiner Erfahrung zwar reflektieren konnte – wo ich aber deutlich spüren konnte, dass dieses Thema für mich “durch” ist.

Insgesamt war es für mich eine Übung in Sachen die mindlounge zu “medialisieren” und so freue ich mich auf den Februar, denn der wird dann noch das Bild zum Ton bringen.

Ich werde ein Interview zu “mindlounge´s eleven” und meinen #11ideen machen… es gibt noch einiges zu tun – ich tu´s!

Wer Lust hat kann sich den Podcast 101_Bid_Live_Lebenswerke auf Bildung im Dialog anhören.

“make the world a beta place”

Montag, 14. Dezember 2009

“Always Beta – Prinzip Baustelle.”(via)

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Immer aktuell – immer für Veränderungen offen.

Das wünsch ich mir, da bleib ich dran:

Als Mensch und mit der mindlounge!

Nicht nur an der Uni. Universell bei und mit allem… always beta!

Über Komplexität und mögliche Konsequenzen

Samstag, 17. Januar 2009

Ein Kurzvideo auf YouTube erinnert daran was systemische Sichtweise bedeutet. Es erinnert an den berühmten Flügelschlag eines Schmetterlings auf der einen Seite der Erde, der auf der anderen Seite einen Wirbelsturm auslösen kann.

Aktuell: Für Probleme werden gerne schöne neue Begriffe etabliert, die uns das Gefühl geben sollen, dass alles unter Kontrolle ist. Der “Rettungsschirm” soll uns beispielsweise vermitteln (suggerieren), dass mit dem selbigen eine Krise abgeschirmt/gelöst werden kann. Kein Spezialist dieses Planeten kann die Situation auch nur annähernd in ihrer Komplexität überschauen – also verlassen wir uns lieber nicht darauf.

Die Konsequenzen von nur einer bestimmten Handlung (in diesem Video) und deren Komplexität verdeutlichen sehr gut, vor welche Herausforderungen wir weltweit gestellt sind. Ein “Rettungsschirm” wird da nicht ausreichen, auch kein Präsidentenwechsel in den USA, oder andere medial aufbereitete “Superlösungen”.

Wir stehen hier ganz am Anfang einer neuen Epoche: Globales Denken, kollektive Intelligenz, kollektive “Denkräume” werden zum wichtigsten Instrument für die Gestaltung unserer Zukunft. Kein einzelner Mensch, oder eine einzelne Aktion kann dieser Komplexität gerecht werden.

Es gilt an dieser Stelle die alten Pfade zu verlassen. Eine Herausforderung und vor allem eine große Chance, nicht nur für die Politik, sondern für uns Alle im globalen Zusammenleben. (Video via)

Zu Komplexität und Intuition ein Beitrag von Professor Peter Kruse:

Was meinen Sie? Was sagt Ihnen ihre Intuition?

Die Neuronen – Metapher Mensch & Kommunikation

Montag, 24. November 2008

Metaphern sind sehr gut geeignet, um uns komplexe Zusammenhänge reduziert und verständlich näher zu bringen. Die Bedeutung eines Inhaltes/Begebenheit wird auf eine Geschichte übertragen. Schon als Kinder bekommen wir Metaphern aus dem Leben (Geschichten) vorgelesen, um besser zu verstehen, um uns in der großen weiten Welt besser zurecht zu finden. Auch im Coaching werden Metaphern als Werkzeug eingesetzt, um dem Klienten seine (Lebens) Situation in einer (netten) Geschichte zu “verpacken”. Einerseits kann der Klient so das eigene hoch komplexe Leben aus einer anderen Perspektive betrachten und verstehen (ohne es immer sofort zu durchschauen), andererseits entstehen häufig durch den neuen Blickwinkel Handlungsweisen, die auf das eigene Leben übertragen werden können. Metaphern sind also sehr gute Hilfsmittel, um unsere Welt, das Leben besser verstehen zu können und Handlungsspielräume klarer zu erfassen. Geschichten über Frösche, alte weise Männer und Frauen zeigen seit Jahrhunderten ihre positive Wirkung (…).

Ich möchte heute nicht über Frösche, Feen oder alte weise Indianer schreiben, sondern über Neuronen, Gehirne, Mensch und Kommunikation. Gleich vorweg möchte ich daran erinnern, dass es um ein Bild geht und nicht, um die wissenschaftlich betrachtete Funktionsweise des Gehirns. Metaphern erschaffen eine Bedeutung, die auf den Lebensalltag übertragen werden kann. Sie helfen uns komplexe Zusammenhänge besser zu verstehen.

Kommunikation bedeutet Austausch von Informationen. Unser Gehirn verarbeitet täglich Milliarden von Informationen, die auf uns einwirken. Die Neuronen (davon haben wir ca. 100 Milliarden) nehmen die Impulse / Informationen auf und verarbeiten sie. Jedes Neuron ist wiederum mit ca. 1000 anderen Neuronen verbunden, sie bilden die Synapsen. Das neuronale Netzwerk verarbeitet also die Informationen in einer Netzwerkstruktur. Wenn wir etwas gelernt haben, dann haben sich neue Strukturen, Netzwerke gebildet und wir haben das Wissen gespeichert. Kommt jetzt neues Wissen hinzu, so wird das Netzwerk um das neue Wissen erweitert, vergrößert. Das bedeutet, dass die neuronalen Netze weder starr, noch festgelegt sind. Sie verändern sich permanent.

Nun könnte man denken, dass sich der Mensch nur genügend Informationen aussetzen müsste und schon würde ein Super-Hirn entstehen. Ganz so ist es nicht: Denn die Informationen, die wir aufnehmen, müssen für uns schon von Bedeutung sein, damit die Neuronen andocken und ein festes Netzwerk des neuen Wissens kreieren. Ist das Wissen für uns nicht von Bedeutung (oder langweilig, oder…), dann bilden sich auch keine neuen (Wissens) Strukturen. Die Information, der elektrisch ausgesendeten Impulse verpufft in den unendlichen Weiten des Gehirns!

Kommen wir zur Kommunikation. Wenn wir die Informationsverarbeitung (Kommunikation) unseres Gehirns anschauen, dann könnten wir doch folgendes Bild entwickeln: Neuronen feuern (sehr schnell, permanent) – zunächst ohne zu werten – jede aufgenommene Information ab. Die anderen Neuronen entscheiden, ob sie diese Information für bedeutsam halten oder nicht. Bei Bedeutsamkeit docken sie an und schaffen ein neues Netzwerk (Information wird zu Wissen), welches sich u.a. auch durch Flexibilität auszeichnet und sich wiederum mit anderen Netzwerken im Gehirn verbindet. Ist die Information ohne Bedeutung verpufft sie einfach. Wenn wir dieses Bild der Kommunikation auf uns Menschen übertragen, dann könnte es folgendermaßen aussehen:

Wenn wir uns als Neuronen verstehen (die Metapher), dann bedeutet das in der Kommunikation, dass wir unsere Informationen / Impulse aussenden (abfeuern) und da, wo wir auf Resonanz / Interesse stoßen geht es weiter (wir docken an, andere docken an). Es entsteht eine erste Verbindung zu anderen Neuronen ;-) , die zu mehr führt, führen kann. Wenn unsere Informationen (Kommunikation) keine Resonanz findet, dann suchen wir uns entweder Menschen, wo Resonanz entsteht, oder aber wir ändern unsere Kommunikation. Das Suchen nach resonanten Menschen ist nicht immer möglich, das Verändern der Kommunikation schon! Wenn wir nach dem Neuronen-Modell kommunizieren, dann entstehen viele neue flexible Netzwerke, die sich ausweiten können, wie die neuronalen Netzwerke des Gehirns. Es kann sich sozusagen durch die Kommunikation ein kollektives Wissen, oder im übertragenen Sinne ein kollektives Gehirn entwickeln. Wissen ist die Währung der Zukunft. Das hören und lesen wir immer wieder. Die kollektive Wissenskonstruktion unter diesem Aspekt betrachtet, könnte eine stabile Währung für die Zukunft bringen.

Auch das Internet passt sehr gut zu dieser Metapher der Neuronen. Hier werden täglich Unmengen an Information ins Netz gespeist und “wollen” verarbeitet werden. Auch hier gilt das Gesetz der Resonanz: Informationen werden von den Neuronen (Menschen) nur dann verarbeitet, wenn sie deren Interesse wecken. Bei Interesse (Resonanz) entstehen dann weitere Verbindungen, die Information und/oder das Wissen breitet sich aus und zeigt sich im Netzwerk. Information und Wissen wird auf Blogs, in Wikis, in Social Networks, auf Twitter usw. verbreitet und weiter verarbeitet. Es emergiert zu neuem Wissen. Diese kollektive Wissenskonstruktion spaltet natürlich auch die Menschen, nicht nur im Internet. So sagen die Einen, dass die “Weisheit” des Netzes überschätzt wird, da jeder etwas (auch Falsches) zum Wissen beiträgt und somit Wissen verfälscht (Richtig vs. Falsch). Dieses ist für die Befürworter weniger ein Problem, da sie auf die “Weisheit der Vielen” vertrauen… (Resonanz, Bedeutung). Hier stehen wir wohl an einem Wendepunkt in der Geschichte: Die Wissenskonstruktion bleibt nicht mehr nur wenigen “Spezialisten” vorbehalten, sondern kann sich im World Wide Web (weltweit) ausbreiten.

Seit Anfang Mai diesen Jahres hat sich eine kleine Gruppe, von “Freunden” der Neuronen-Metapher, zum Neuronen-Netzwerk zusammengetan. Der beschriebenen Kommunikationsform folgend, wollen die “Neuronen” Internet Projekte realisieren: “Das individuelle Gehirn erarbeitet Problemlösungen indem Milliarden von Neuronen interagieren. Das kollektive Gehirn erarbeitet Lösungen, indem viele Menschen im Internet wie Neuronen interagieren: schnell und vernetzt. Wir versuchen eine Kommunikationsarchitektur zu entwerfen, die sich am Gehirn orientiert. Diese Kommunikationsarchitektur wird in “Weltverbesserungsprojekten” eingesetzt.”(Neuron Startseite) Im Neuron Wiki kann der interessierte Leser die Philosophie der Neuronen entdecken – meine Empfehlung!

Zurück zu Mensch und Kommunikation. Ich sehe in der Kommunikationsform der Neuronen ganz klare Vorteile: Es geht nicht um Richtig oder Falsch, sondern um Resonanz und Bedeutung. Es geht auch um Geschwindigkeit: wenn wir zulange warten, z.B. mit einer Antwort auf eine Email, oder bei einer aktuellen Frage, dann kann die Resonanz am Ende weg sein (und mit ihr das Neuron ;-) . Entscheidungen treffen: Andocken, oder eben nicht. Es geht auch um ein Miteinander: Wenn jedes Neuron im Gehirn egoistisch arbeiten würde, dann wäre der Mensch Nichts, zumindest intellektuell gesehen. Nur durch das Zusammenwirken der Neuronen, je mehr desto besser, konnten wir auf die momentane Entwicklungsstufe kommen. Die Neuronen-Metapher zeigt auch, dass wir Anregungen brauchen, um zu wachsen. Setzen wir uns nur stupiden Sachen und/oder Umgebungen aus, dann brauchen wir uns nicht über eine “Verdummung” zu beschweren, oder zu wundern.

Der Herausforderung einer immer komplexer und komplizierter werdenden Welt (auch im persönlichen Leben) zu begegnen, kann ein Neuron allein nicht gewachsen sein. Die enormen Möglichkeiten der flexiblen neuronalen Netze (Individuell/Kollektiv) mit komplexen Zusammenhängen umzugehen, bringen neue Lösungen und Möglichkeiten, die wir dringend brauchen. Die aktuellen Ereignisse in der globalen Welt spiegeln uns das sehr gut. Ich bin gespannt, wie sich unsere Gesellschaft weiter entwickeln wird – nutzen wir die Chance? Möchten Sie sie nutzen? Ich tue es und staune täglich!